Delta im Quadrat Nr. 95

47 Worms: Jazz & Joy feiert 35. Geburtstag Wenn an einem Augustwochenende Musik durch die Gassen rund um den Wormser Dom klingt, Menschen zwischen den Bühnen flanieren und die Stadt für drei Tage zum kulturellen Treffpunkt wird, dann ist wieder „Jazz & Joy“ in Worms. Was 1991 als kleines Jazzfestival begann, hat sich zu einem der prägendsten Kulturereignisse der Region entwickelt. Im Gespräch spricht Katharina Kaiser, Prokuristin der Kultur und Veranstaltungs GmbH und Projektleiterin von „Jazz & Joy“, über besondere Festivalmomente, die Bedeutung des Jubiläums und die Herausforderung, Jahr für Jahr ein neues Publikum zu begeistern, ohne die eigenen Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Delta im Quadrat, Tim Fischer: 35 Jahre „Jazz & Joy“ – das ist für ein Festival eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Welche Momente oder Meilensteine stehen für Sie besonders sinnbildlich für die Geschichte der Veranstaltung? Katharina Kaiser: 1991 gab es die erste Ausgabe – damals noch unter dem Titel „Worms jazzt“ als reines Jazz-Festival. Seit Beginn setzen sich die besonderen Momente aus jedem einzelnen Konzert zusammen. Etwa aus der Atmosphäre rund um den Wormser Dom, dem vielfältigen Programm auf unseren vier Bühnen und der tollen Stimmung unter unserem Publikum. Der größte Einschnitt war die Corona-Pandemie, aber wir haben für jede Herausforderung eine passende Lösung gefunden und sind daran gewachsen. DiQ: Was erwartet das Publikum bei der 35. Ausgabe? KK: Im Fokus steht immer die Musik und das gemeinsame Festivalerlebnis. Neben einem abwechslungsreichen Lineup laden das kostenlose Kinderfest, Jazz-Gottesdienste in den Wormser Kirchengemeinden und eine große Festivalmeile an drei Tagen zum Flanieren ein. Das ein oder andere kleine Goodie wird es für unsere Gäste ebenfalls geben – hierfür lohnt es sich, unsere Social-Media-Kanäle im Blick zu behalten! DiQ: Warum passt Clueso so gut zur Jubiläumsausgabe? KK: Clueso haben wir schon etwas länger im Blick – er ist ein toller, genreübergreifender Künstler, dessen musikalische Entwicklung in den letzten Jahrzehnten bewundernswert ist. Auch seine Kollaborationen mit anderen Musikern, die bereits bei uns gespielt haben, wie Max Herre oder die Fantastischen Vier, sprechen für sich. Dass er zudem mit seiner Jubiläumstour „20 Jahre Chicago“ unterwegs ist, passt wunderbar. DiQ: Zum Jubiläum präsentiert sich „Jazz & Joy“ auch mit einem frischen Auftritt und einer neuen Website. Welche Möglichkeiten bietet die Plattform? KK: Man könnte fast sagen, unser Festival ist erwachsen geworden. Das Jubiläum ist ein guter Zeitpunkt, uns auch in Sachen Design weiterzuentwickeln – dazu gehört unsere neue, benutzerfreundliche Homepage. Neben einer filterbaren Programmübersicht und einer interaktiven Festivalkarte können Gäste durch Fotogalerien und unser Plakat-Archiv stöbern. DiQ: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen den Wurzeln des Festivals und dem Anspruch, neue Zielgruppen zu begeistern? KK: Unser Anspruch ist immer die kulturelle Teilhabe. Wir möchten möglichst viele Menschen erreichen und einladen, das Festival zu erleben. Dass dabei jedes Jahr internationale Jazz-Größen auf unseren Bühnen auftreten, zeigt, wie renommiert das Festival auch in der Jazz-Community ist – und dass Jazz weiterhin ein essenzieller Bestandteil von „Worms: Jazz & Joy“ ist und bleibt. 21.-23.08., Worms, www.jazzandjoy.de

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