Delta im Quadrat Nr. 95

14 ist hier das richtige Stichwort. Ob auf der Tribüne mit Blick auf ein Basketballturnier oder kletternd am naturnahen Hangspielplatz: Die vor Ort gefundenen Materialien werden an vielen Stellen neu interpretiert, zu einem Sitzmöbel oder auch einer 3,5 Meter hohen Trockenmauer eingebaut. Ich kann sie anfassen, anschauen oder nehme sie gar nicht wahr. Sie fügen sich in die Landschaft ein und machen kein Aufhebens um sich – als wären sie schon immer da gewesen. Wenn unsere Besucherinnen und Besucher eine Wertschätzung für recycelte Materialien oder nachwachsende Rohstoffe über Wohlfühlorte auf unserer Gartenschau entwickeln, haben wir viel erreicht. Anhand der beiden einzigen Neubauten auf dem künftigen Gelände zeigen wir Lösungen für klimabewusstes Bauen: Der Sportpavillon ist ein Signature-Holzbau, ergänzt durch eine Wärmepumpe und ein PV-Dach. Die Panoramabar ist aus besonders nachhaltigem, CO2-reduziertem Beton gebaut. DiQ: Was unterscheidet Neustadt aus Ihrer Sicht von bisherigen Landesgartenschauen, wo setzen Sie bewusst neue Akzente? AP: 2028 werden wir die sechste Landesgartenschau in Rheinland-Pfalz feiern, 28 Jahre nach der ersten Gartenschau im Land. Das ist eine vergleichsweise junge Tradition im Gegensatz zu den umliegenden Bundesländern. Dafür hat man sie in Rheinland-Pfalz immer schon als Stadt- und Strukturförderungsinstrument angelegt und nachhaltige Stadtentwicklungsimpulse gesetzt. Wir verstehen die Landesgartenschau nicht nur als Leistungsschau der Gartenbaubetriebe, sondern als Leistungsschau der Pfalz, der Region. Sie ist Plattform für das Bauen von morgen, Innovationen im Land, für gelebte Demokratie und natürlich ein Schaufenster für die Weinwirtschaft. Hier finden Weinbau, Architektur, Kultur und Tradition zusammen, eingebettet in ein blühendes Sommerfest. DiQ: Wenn Sie heute schon einen kleinen Ausblick geben müssten: Welche Momente oder Bereiche werden Besucherinnen und Besucher Ihrer Meinung nach besonders überraschen oder begeistern? AP: Der Ausblick vom Panoramaberg auf den Pfälzerwald bei Sonnenuntergang wird ein einzigartiges Schauspiel, aber auch unsere Orte am Wasser, teils ruhig mit großen Kiesinseln oder lebendig mit Naturspielangeboten, werden für Abkühlung und Action sorgen. Erste Veranstaltungshighlights geben wir am 04. Oktober zum Ticketvorverkaufsstart auf dem Marktplatz in Neustadt bekannt! DiQ: Der Vorverkauf startet bald. Was würden Sie jemandem sagen, der noch überlegt, sich jetzt schon eine Dauerkarte zu sichern? AP: Auf Sie wartet das längste Sommerfest der Pfalz voller Inspiration, Events, bestem Wein, Gastlichkeit und wunderbarer Gesellschaft in traumhafter Atmosphäre. Bei uns sind alle Veranstaltungen vom Yogakurs mit Blick auf die Stadt bis zum Highlight-Konzert im Preis der Dauerkarte enthalten. Und wer sich am 04. Oktober 2026 schon für eine Dauerkarte für die Gartenschau 2028 entscheidet, hat das Vorblühen 2027 mit ca. 800 Veranstaltungen auf der Dr.-Welsch-Terrasse inkludiert. „Mit der Deponiekonversion schreiben wir Geschichte“ Aus einer ehemaligen Hausmülldeponie wird bis 2028 ein neuer Landschafts- und Erlebnisraum: Die Landesgartenschau in Neustadt an der Weinstraße setzt auf Nachhaltigkeit, Kreislaufdenken und neue Perspektiven für die Region. Im Interview spricht Anne Pieper aus der Geschäftsführung über die Transformation des Geländes, klimabewusstes Bauen und die Frage, was diese Gartenschau anders machen soll. Delta im Quadrat, Natascha Zahn: Die Landesgartenschau in Neustadt entsteht auf einem Gelände mit besonderer Vergangenheit. Was bedeutet diese Transformation persönlich für Sie? Anne Pieper: Nichts fasziniert mich mehr, als brachliegende Flächen in lebendige Orte mit neuer Perspektive zu verwandeln. Dafür stehe ich morgens auf. In den letzten 15 Jahren durfte ich die Entwicklung französischer Kasernen in Trier und amerikanischer Militärflächen in Mannheim mitgestalten, in Neustadt ist es eine ehemalige Hausmülldeponie, die als Panoramapark zum Highlight des Landschaftsparks wird. Militär- und Industriekonversion ist gelebte Praxis; mit der Deponiekonversion schreiben wir Geschichte. DiQ: Das Thema Kreislauf und Nachhaltigkeit zieht sich durch das gesamte Konzept. Wie wird das für Besucherinnen und Besucher konkret erlebbar und nicht nur sichtbar? AP: Wir lassen aktuell die erste Cradle-to-Cradle-inspirierte Landesgartenschau bundesweit entstehen. Nur mit Worten und Beschilderung im Gelände wird das für die Besucherinnen und Besucher nicht greifbar werden. Erleben LEBEN IM DELTA

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