Delta im Quadrat Nr. 97

AUSSTELLUNG/KUNST Lotte Hofmann-Preis für Textilkunst 2026 Textilkunst hat ihren Preis: Er nennt sich „Lotte Hofmann-Preis für Textilkunst“ und beruft sich auf eine Frau, die im Nachkriegsdeutschland zu den bedeutenden deutschen Künstlerinnen in dieser Sparte zählte – gemeinsam mit ihrer Schwester Käthe. Geboren 1907 in Karlsruhe, gründete „LoHo“ in den frühen Achtzigern eine Gedächtnisstiftung, um die Textilkunst in Deutschland zu fördern und das Werk herausragender Künstlerinnen und Künstler zu würdigen. Für die Präsentation in der Textilsammlung Max Berk wurden Ende April von einer siebenköpfigen Fachjury 19 Künstlerinnen und Künstler jeweils mit einer Arbeit ausgewählt. Die drei Preisträgerinnen sind eingeladen, mehrere Objekte zu zeigen; ihre Namen werden erst zur Eröffnung am 18. Oktober bekannt gegeben. Die Ausstellung bietet ein höchst interessantes Spektrum an Techniken, Materialien und küünstlerischen Aussagen und spiegelt die aktuellen Strömungen textilen Schaffens in Deutschland wider. 18.10.-10.01., Textilsammlung Max Berk, HD-Ziegelhausen, www.museum-heidelberg.de Heimspiel 7 – Kunstankäufe Immer wieder kauft das Kulturamt der Stadt Mannheim Werke von hiesigen Künstlerinnen und Künstlern – eine gute Form der Unterstützung! Die angekauften Werke einem größeren Publikum zugänglich zu machen, ist Teil der Förderung. So wurde 2022 die Ausstellungsreihe „Heimspiel“ initiiert; mittlerweile geht sie in ihre siebte Auflage. Zu sehen sind hier Werke von Emmanuel Boos, Jana Bissdorf, Rüdiger Krenkel, Fabian Widukind Penzkofer, Gaby Peters, Bernhard Sandfort, Sonja Scherer und Mehrdad Zaeri – alles Kunstankäufe der Stadt. Sie spannen einen weiten Bogen von Fotografie, Malerei, Zeichnung und Grafik über Stahlarbeiten und Keramik bis zu installativen und konzeptuellen Arbeiten, und sie machen sichtbar, was die lokale Kunstszene gerade bewegt. (Foto © Jana Bissdorf) Eröffnung: 23.10., 19 Uhr, Port25 – Raum für Gegenwartskunst, MA Nicolas Daubanes – Le feu intérieur Zuletzt waren seine Werke im Pariser Panthéon zu sehen, nun kommt Nicolas Daubanes auch nach Karlsruhe. Die Staatliche Kunsthalle präsentiert aktuell die erste umfangreiche Einzelausstellung des 1983 geborenen französischen Künstlers. Seine Themen sind ebenso groß wie seine Kunst: Es geht um Macht, um Unrecht und um das innere Feuer, das Menschen zum Widerstand bewegt. Mit großformatigen Zeichnungen, Fotogrammen und Installationen reflektiert Daubanes Formen von Gewalt und Unterdrückung ebenso wie Strategien des Aufbegehrens und Erinnerns. Materialien wie Eisenfeilspäne und Objekte aus ehemaligen Gefängnissen eröffnen dabei einen eindrucksvollen Zugang zur Vergangenheit. Der zeitliche Bogen spannt sich von der Antike über die deutsch-französische Geschichte und die NS-Zeit bis in die Gegenwart. bis 10.01., Orangerie, Kunsthalle Karlsruhe, www.kunsthalle-karlsruhe.de „Echt jetzt?!“ – Optische Illusionen Es sind sozusagen Fake News des eigenen Gehirns: Die Augen sehen etwas, doch unsere Wahrnehmung macht daraus etwas ganz anderes. Was schief wirkt, ist eigentlich gerade. Ein Kreis verwandelt sich scheinbar in ein Viereck. Linien bewegen sich, obwohl sie in Wirklichkeit vollkommen stillstehen. Und mit etwas detektivischem Spürsinn kann man durch optische Täuschungen herausfinden, wie das menschliche Gehirn und die Sinneswahrnehmungen funktionieren! Ganz viel Futter zu diesem Thema liefert die Sonderausstellung „ECHT JETZT?! Optischen Illusionen auf der Spur“ im Heidelberger Carl Bosch Museum, die vom Mathematikum Gießen konzipiert wurde und unsere Wahrnehmung immer wieder auf die Probe stellt. Interaktive Exponate laden zum Mitmachen ein, doch bleibt es nicht beim bloßen Verblüffen: Die Ausstellung vermittelt auch spannende Erkenntnisse aus Wahrnehmungspsychologie und Neurowissenschaft. bis 11.04., Carl Bosch Museum, Heidelberg 71

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