26 Hörmanufaktur Schuster – wenn Hören zur Handwerkskunst wird HÖREN & SEHEN Jonathan Schuster hat sich einen Traum erfüllt: Mit der Hörmanufaktur Schuster in Heidelberg-Ziegelhausen betreibt der erfahrene Hörakustiker seit knapp drei Jahren sein eigenes Fachgeschäft in Heidelberg. Im Interview erzählt er, was sein Unternehmen von der Konkurrenz abhebt und warum maßgefertigte Ohrpassstücke so wichtig sind wie gute Reifen am Auto. Delta im Quadrat: Herr Schuster, vor knapp drei Jahren haben Sie die Hörmanufaktur Schuster in Heidelberg gegründet. Was war Ihre Motivation, ein eigenes Fachgeschäft für Hörakustik zu eröffnen? Jonathan Schuster: Nach mehreren Jahren als Filialleiter für verschiedene Hörakustikunternehmen reifte in mir der Wunsch, meine Erfahrung und mein Wissen meinen Mitmenschen im eigenen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Ich kann dadurch nun wesentlich schneller und auch unabhängiger agieren und so für jede einzelne Kundenanforderung die bestmögliche Hörlösung bieten – egal wie individuell diese auch sein mag. DiQ: Ihr Unternehmen bietet sowohl Hinter-dem-Ohr- (HdO) als auch im-Ohr- (iO) Hörgeräte an. Welche Unterschiede bestehen zwischen diesen beiden Typen und für welche Hörbedürfnisse eignen sie sich jeweils am besten? JS: Beide Bauformen bieten jeweils eigene Vor- und Nachteile. Grundsätzlich verschieden ist der Ort der Schallaufnahme. Während sich bei HdOHörgeräten die Mikrofone hinter der Ohrmuschel befinden, wird der Schall bei iO-Hörgeräten am oder im Gehörgang aufgenommen. Der Vorteil dabei ist, dass die Funktionen der Ohrmuschel zum individuellen Richtungshören sowie zur Schallaufnahme und -bündelung erhalten bleiben. Die passende Ohrform und das passende Gehör vorausgesetzt, können iO-Geräte sehr unauffällig und beinahe unsichtbar getragen werden. Sie verfügen heutzutage häufig über Akkus und sind daher hinsichtlich der Bedienung und Handhabung sehr zu empfehlen. Bei den HdO-Geräten gibt es zwei unterschiedliche Systeme: entweder mit Schallschlauchsystem oder mit dünnem Draht und ausgelagertem Hörer. Beide Varianten sind heutzutage teilweise nur noch mit Akku erhältlich. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. Beispielsweise muss man keine Batterien nachkaufen und der häufig eher fummelige Batteriewechsel entfällt. Zudem müssen keine Batterien mitgeführt werden, wenn man unterwegs ist. Einer der größten Vorteile von Hörgeräten mit Akku: Das Ein- und Ausschalten erfolgt vollautomatisch. Des Weiteren verfügen die meisten HdO-Hörgeräte über Bluetooth. Dadurch können das Hören und Verstehen beim Telefonieren, das Hören von Audio-Inhalten am Smartphone wie etwa Hörbücher oder Musik oder auch das Hören beim Fernsehen enorm verbessert werden. Ein Nachteil von HdO-Hörsystemen kann die Kosmetik sein, wobei dies insbesondere bei den Systemen mit ausgelagertem Hörer sehr unauffällig gestaltet werden kann. Außerdem punkten sie mit größerer Robustheit und meist besserer Konnektivität gegenüber ihren kleineren Geschwistern der iO-Hörgeräte. DiQ: Ein besonderes Merkmal Ihrer Hörgeräteanpassung ist das aureliaAnpassverfahren. Können Sie uns erläutern, wie dieses Verfahren funktioniert und welche Vorteile es für die Kunden bietet? JS: Bei aurelia handelt es sich um ein patentiertes Anpassverfahren, das in Heidelberg einzigartig ist und das wir bei jedem auf dem Markt befindlichen Hörsystem anwenden können. Damit ist es möglich, das subjektive Hörempfinden jedes einzelnen Kunden und jeder Kundin in die Hörgeräteeinstellung
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