„Walldorf verbindet Tradition und Zukunft“ Walldorf feiert 2026 ein besonderes Jubiläum: Vor 125 Jahren erhielt die Stadt ihre Stadtrechte. Bürgermeister Matthias Renschler, seit dem 01. August 2021 im Amt, spricht über historische Wurzeln, das Jubiläumswochenende und den Blick nach vorn. Delta im Quadrat, Natascha Zahn: 125 Jahre Stadtrechte sind ein bedeutendes Jubiläum. Was macht Walldorf heute besonders? Matthias Renschler: Walldorf verbindet Tradition und Zukunft. Wir sind eine moderne, wirtschaftsstarke und lebenswerte Stadt, haben uns aber unseren menschlichen Maßstab, die Vereinskultur und einen starken Gemeinschaftssinn bewahrt. Aus der Geschichte geblieben sind Tatkraft, Offenheit für Neues und die Verbundenheit mit der Heimat. Landwirtschaft, Handel und Handwerk haben Walldorf geprägt. Daraus ist ein Selbstverständnis entstanden, das bis heute trägt: anpacken, gestalten und gemeinsam Verantwortung übernehmen. DiQ: Welche Entwicklungen haben Walldorf besonders geprägt? MR: Zur Zeit der Verleihung der Stadtrechte waren Hopfen- und Tabakhandel sehr bedeutend. Dazu kam der Spargelanbau, den wir bis heute mit dem Spargelmarkt feiern. Früher waren diese wirtschaftlichen Strukturen wichtige Faktoren für die Stadtentwicklung, heute sind es die weltweit agierenden Unternehmen, die sich bei uns entwickelt oder angesiedelt haben. Auch die verkehrliche Anbindung war und ist entscheidend: damals die Straßenbahn, ab 1902 zunächst von Pferden gezogen und ab 1907 elektrisch betrieben, heute der Bahnhof Wiesloch-Walldorf und die Autobahnen A5 und A6. DiQ: Worauf können sich die Gäste beim Jubiläumsfest freuen? MR: Wir planen am 25. und 26.07. ein Fest für die ganze Stadt, das Umland, alle Generationen und die ganze Familie. Dazu gehören die SWR-Party am 24 SOMMERKULTUR Samstag in der Astoria-Halle, eine Teenie-Party im benachbarten AQWA-Bäderpark, Aufführungen unserer Vereine am Sonntag sowie Live-Musik an beiden Tagen mit Newcomern und etablierten Bands wie Barbed Wire und Me & the Heat. Fürs leibliche Wohl sorgen Foodtrucks. Zum Abschluss ist unter dem Titel „Lichtspektakel“ eine Überraschung geplant. Besonders freut mich, dass auch Gäste aus unseren Partnerstädten kommen, unter anderem aus den USA und Frankreich. DiQ: Was bedeutet Ihnen persönlich dieses Jubiläum? MR: Für mich ist es ein Moment der Dankbarkeit und Verbundenheit. 125 Jahre Stadtrechte stehen nicht nur für eine Zahl, sondern für Generationen von Menschen, die Walldorf geprägt haben. Unsere Stadt lebt von denen, die hier wohnen, arbeiten, sich engagieren und Verantwortung übernehmen. Ihnen gilt mein Dank. Zugleich ist das Jubiläum Motivation, das Erreichte zu bewahren und Walldorf weiter gut in die Zukunft zu führen. DiQ: Welche Themen werden Walldorf in den nächsten Jahren prägen? MR: Walldorf wird eine starke, lebenswerte und zukunftsorientierte Stadt bleiben. Wichtig ist, Wachstum, Lebensqualität und Nachhaltigkeit in ein gutes Gleichgewicht zu bringen. Prägend werden bezahlbarer Wohnraum, Bildung und Betreuung, Klimaschutz, Mobilität sowie eine moderne und bürgernahe Stadtentwicklung sein. Ebenso wichtig bleibt der gesellschaftliche Zusammenhalt: in Vereinen, Kultur, Ehrenamt und öffentlichem Leben. Ich bin überzeugt, dass uns das gelingt, mit Mut, Augenmaß und einem klaren Blick für das, was Walldorf ausmacht.
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