Delta im Quadrat Nr. 94

CLUB- & POPKULTUR Der Juni im Karlstorbahnhof: fantasievoll und französisch Wenn am 03. Juni die New Yorker Band Hazmat Modine auf ihrer Tournee in Heidelberg gastiert, dann wird das zum Erlebnis für Sinne und Geist. Seit der Gründung tourten Hazmat Modine durch mehr als 40 Länder. Sie haben für das japanische Fernsehen (Tokyo Joe) geschrieben, und ihre Musik wurde in Wim Wenders’ Film „Pina“ verwendet. Sie erzählen fantastische Geschichten, eingebettet in nicht weniger fantasievolle Musik, lose basierend auf Blues, Calypso, Jazz, Folk, dazu die ungewöhnliche Instrumentierung mit Tuba, Posaune, Trompete, Mundharmonika, Geige, ergänzt durch Gitarre, Banjo, Zymbal und Perkussion. Am 21. Juni lädt der Karlstorbahnhof zusammen mit dem Montpellier-Haus dazu ein, die „Fête de la musique“ gebührend zu feiern. Dieses Mal sind Wepa Wepa zu Gast: Zwischen Pop und französischem Chanson zaubern sie mit ihren Texten und Originalkompositionen ein Lächeln auf alle Instrumente. (Eintritt frei, Open Air). Am 27. Juni bringen „Les yeux d’la tête“ mit ihrer feinfühligen, energiegeladenen und zugleich wild-zarten Musik die Bühnen zum Leuchten: irgendwo zwischen Swing, Dancefloor, akustischem Punk und Chanson… Mi, 03.06., So, 21.06 und Sa, 27.06., Karlstorbahnhof, Marlene-Dietrich-Platz, Heidelberg, www.karlstorbahnhof.de Planet Ears: El Khat – jemenitische Klänge Eine selbsternannte Schrottplatzband unter der Leitung des Multi-Instrumentalisten Eyal El Wahab ist benannt nach der auf der Arabischen Halbinsel weit verbreiteten Droge: El Khat. Die Band steht für eigene Kompositionen, die von der Musik der Goldenen Ära der Stadt Adens im Jemen inspiriert sind – der „Artistic Renaissance“ in den 1970ern. El Wahab spielt zahlreiche Instrumente, darunter die Dli und eine Kearat, die er selbst gebaut hat. Damit begann er vor einigen Jahren, als er seine Fähigkeiten nutzte, um aus weggeworfenen Gegenständen Musik zu machen. Als Kind der jemenitischen Diaspora, das in Tel Aviv aufgewachsen ist, ist dies eine Tradition, die auf die Heimat seiner Familie zurückgeht, wo sogar Müll zu einem Instrument werden kann. El Wahab überzeugte das Jerusalemer Andalusische Orchester, ihn als Cellisten zu beschäftigen, obwohl er Autodidakt war und keine Noten lesen konnte. Seine Welt veränderte sich, als er „Qat, Coffee & Qambus: Raw 45s from Yemen“ hörte, eine LP mit traditioneller jemenitischer Musik aus den 1960er Jahren. Er verließ das Orchester, begann Instrumente zu bauen und gründete El Khat. Mi, 03.06., 19 Uhr, Alte Feuerwache, Mannheim, www.altefeuerwache.com Neon Beach: Zwischen Sand, Beats und Public Viewing Der Juni wird am Neon Beach Mannheim ziemlich voll. Während andernorts noch darüber diskutiert wird, ob Mannheim eigentlich Beach-Town oder Clubstadt ist, verbindet die Location im Industriehafen längst einfach beides. Tagsüber wirkt vieles noch wie ein entspannter Sommerabend im Sand, nachts kippt das Ganze regelmäßig Richtung Open Air und Festivalstimmung. Los geht’s Anfang Juni mit dem „Tipzy Open Air Festival“. Geplant sind mehrere DJs, Showacts und ein Abend, der irgendwo zwischen Festival, Clubnacht und Sommerauftakt liegt. Bis zu 1.200 Gäste werden erwartet. Dazu kommen im Juni weitere Eventformate, DJ-Abende und Public Viewings rund um die aktuellen WM-Spiele. Gerade das dürfte am Neon Beach ziemlich gut funktionieren: große Leinwand, warme Abende, Drinks im Sand und dieses leicht improvisierte Mannheim-Gefühl, das man entweder sofort versteht oder eben nie ganz. Vielleicht liegt genau darin der Reiz der Location: Sie versucht gar nicht erst, wie ein Hochglanz-Beachclub auszusehen stattdessen funktioniert der Ort eher über Atmosphäre. Sa, 06.06., Neon Beach, Industriestraße 13-15, Mannheim, www.neonbeach-mannheim.de 41

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