33 Der „Schmelzpunkt“ in Heidelberg ist längst mehr als nur ein Ort für eine schnelle Kugel Eis. Geschäftsführer Fred Thiemig verbindet handwerkliche Erfahrung mit einer klaren Haltung zu Qualität, Zutaten und Geschmack. Im Gespräch mit Delta im Quadrat erzählt er, wie er als Koch seine Eiskreationen entstehen lässt. Delta im Quadrat, Tim Fischer: Ihr „Schmelzpunkt“ ist mehr als nur eine Eisdiele – eher ein kleiner Kosmos aus Eis, Schokolade und Genuss. Was war für Sie der Moment, in dem klar war: Ich mache mein eigenes Ding? Fred Thiemig: Ich habe 1984 Koch gelernt, und nach der Lehre sagte ich – laut meiner Mutter –, dass ich irgendwann ein eigenes Geschäft haben würde. Dass es Eis und Schokolade sein würden, das ist der Lauf des Lebens und war so eigentlich nicht geplant. DiQ: Ihre Eissorten reichen von Klassikern wie Vanille-Madagaskar bis zu ungewöhnlichen Kombinationen wie Kräuter-Zitrone oder DattelHonig – wie entsteht bei Ihnen eine neue Sorte? Eher Bauchgefühl oder präzise Rezepturarbeit? FT: Was die Kreationen betrifft, so ist das eher Bauchgefühl oder eine spontane Idee. Ich probiere aus und lasse Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genauso wie Gäste probieren. Auf diese Weise entwickelt sich dann vielleicht ein Schmelzpunkt-Klassiker wie Brownie Heidelberg Fudge oder Feige mit geröstetem Sesam. DiQ: „Natürlich, hochwertig, authentisch“ – so beschreiben Sie selbst Ihre Philosophie. Was bedeutet das ganz konkret im Alltag hinter der Theke? FT: Es gibt im Großhandel sehr viele Produkte für Eisdielen. Man kann für alles eine Mischung oder Zubehör kaufen. Doch ich habe meine eigene Philosophie. Ich nutze diese Produkte nicht. Stattdessen gibt es im Schmelzpunkt nur fünf Pasten aus Pistazie, Haselnuss, Pekannuss, Kürbis und Mokka – alles ohne Zusatzstoffe oder Farbstoffe. Für mich geht Qualität eindeutig vor dem Preis! Das gilt auch für die Nüsse oder Karamellsauce, denn da gibt es große Qualitätsunterschiede bei den Herstellern. Außerdem ist uns Nachhaltigkeit wichtig. Wir setzen auf recyclebare und nachwachsende Verpackungen, verzichten wo möglich auf Plastik und bieten Rabatte für die Nutzung unserer wiederverwendbaren „Schmelzcups“ aus Kahla-Porzellan. Unsere Getränke stammen aus fairem Handel und sind in Bio-Qualität, und wir beziehen seit Jahren 100% Ökostrom. DiQ: Heidelberg ist voller guter Eisdielen – was macht den Schmelzpunkt für Sie unverwechselbar? FT: Tja, das ist schwierig, selbst einzuschätzen. Bei mir steckt auf jeden Fall viel Idealismus und Herz drin. Dann sind es die Mitarbeitenden und die Stimmung im Team und im Geschäft, denn ich sage den neuen Kolleginnen und Kollegen immer, dass wenn sie von den Produkten begeistert sind und sich wohlfühlen, das dann auch alles positiv bei der Kundschaft ankommt. DiQ: Wenn Sie Ihren Gästen nur eine einzige Sorte empfehlen dürften, die Ihren Laden perfekt repräsentiert – welche wäre das? FT: Ich empfehle immer drei Eiskugeln – einfach drauf los bestellen und genießen. Alle Sorten sind unschlagbar gut. Es zählt keine einzelne Kugel, sondern das Gesamterlebnis. Schmelzpunkt, Hauptstraße 90/Altstadt sowie Adelheid-Steinmann-Straße 3/Campbell, Heidelberg, www.schmelzpunkt-heidelberg.de Schmelzpunkt: Mit viel Leidenschaft für Eis, Kuchen und Schokolade
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