Delta im Quadrat Nr. 93

66 6. Mannheimer Schlosskonzert Um musikalische Gespräche dreht sich das 6. Mannheimer Schlosskonzert des Kurpfälzischen Kammerorchesters im Rittersaal des Mannheimer Schlosses. In der Oper „Capriccio“ von Richard Strauss wird der ewige Streit verhandelt: Wort oder Musik – was zählt mehr? Das Streichsextett eröffnet den Abend schwebend und elegant. Das anschließende Kammerkonzert von Karl Amadeus Hartmann für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester kippt die Atmosphäre: Es ist ein nervöser, hochkonzentrierter Dialog zwischen Solist und Ensemble. Entstanden im Schatten des NS-Regimes, trägt das Werk eine spürbare innere Spannung bis hin zum musikalischen Widerstand. Dann folgt mit dem Adagietto aus Gustav Mahlers 5. Sinfonie ein intimer Monolog, der oft als Liebeserklärung des Komponisten an seine Frau Alma gedeutet wird. Der Abend endet mit dem heiteren Duett-Concertino von Richard Strauss, in dem sich Klarinette und Fagott wie zwei Figuren auf der Bühne begegnen: Paul Meyer und Theo Plath, Solo-Fagottist beim hr-Sinfonieorchester, lassen dieses musikalische Zwiegespräch lebendig werden und das Publikum spürbar aufatmen. (Foto Theo Plath © Marco Borggreve) Sa, 09.05., 19 Uhr, So, 10.05., 18 Uhr, Rittersaal, Schloss Mannheim Finest Classics: Ballett zu vier Händen Wenn zwanzig Finger auf zwei Klaviaturen tanzen, dann hat das durchaus etwas von Ballett. Gleichzeitig tanzen Olga Zado und Alexander Schimpf virtuos durch die Jahrhunderte, denn das Finest-Classics-Konzert beginnt bei Mozart und endet mit Strawinsky. Mozarts Klaviersonate in D-Dur gilt als Paradebeispiel klassischer Eleganz und Heiterkeit; Franz Schuberts anschließende Fantasie in f-Moll leitet dann in die Romantik über. Debussy gilt als Komponist auf der Schwelle zwischen Romantik und Moderne; inspiriert sind seine „Six Épigraphes Antiques“ aber über mehrere Ecken von der Hirtin, Priesterin und Kurtisane Bilitis aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert. Das berühmte „Sacre de Printemps“ rundet den Konzert-Abend ab: 1913 führte die Premiere zu einem Skandal, und noch heute berührt und erschüttert Strawinskys Meisterwerk, gerade auch in der Version für zwei Klaviere. (Foto © Diana Andrunyk/Irene Zandel) Mo, 11.05., 20 Uhr, Aula Universität, Barockschloss Mannheim Staatstheater Darmstadt: KI-Festival So weit kommt’s noch! Jetzt will die Künstliche Intelligenz uns im Theater haben, denn sonst droht Ärger am Frühstückstisch! „Komm zu meinem Festival oder ich hacke deinen Toaster – deine KI“, so lockt das Staatstheater Darmstadt nicht ohne Humor auf sein erstes KI-Festival. Dort wird ausgelotet, wie die KI und die Bühne zusammenkommen können: Was passiert, wenn Mensch und Maschine im Tanz zusammenarbeiten? Und wer schreibt eigentlich die besseren Geschichten? Das wollen Theatermenschen, Wissenschaft und KI gemeinsam herausfinden – kreativ, kritisch und experimentierfreudig. Im Schauspiel geschieht das mit „Dinos in Dodge City“, wo Storys geschmiedet werden, die wilder sind als alles, was man aus dem Wilden Westen bisher kennt! Auch im Musiktheater wetteifert man um die beste Geschichte: „In Anima mea – Wo bist du, meine Seele?“ verwebt sich ein norwegisches Fischerdorf Heiligabend 1620 mit den flehenden Chorgesängen der Nonnen in italienischen Klöstern. Im Tanz gestaltet die KI bei „Mirror“ den choreografischen Prozess mit; das 7. Sinfoniekonzert experimentiert mit KI und Komposition, und spartenübergreifend gibt es Panels, Workshops, Lecture Performances und natürlich viele echte menschliche Begegnungen! (Foto © Jonas Weber) 13.-17.05., Staatstheater Darmstadt

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