60 20 Jahre „Theater am Puls“ Mit der Premiere von „Der Duft der Kastanie“ beginnt das „theater am puls“ in Schwetzingen seine neue Spielzeit, die erneut mit einem abwechslungsreichen Programm aus Eigenproduktionen, bekannten Stoffen und besonderen Theatermomenten begeistert. Seit zwei Jahrzehnten steht das Haus für leidenschaftliches Schauspiel in familiärer Atmosphäre und überrascht immer wieder mit spannenden Inszenierungen. Wir haben mit Theaterleiter Joerg Mohr über die neue Saison, seine persönlichen Highlights und die Produktionen gesprochen, auf die sich Theaterfans ganz besonders freuen dürfen. Delta im Quadrat, Tim Fischer: Mit „Der Duft der Kastanie“ startet ihr am 02. Oktober in die neue Spielzeit. Was macht dieses Stück für dich so besonders und warum ist es genau der richtige Auftakt für die neue Saison? Joerg Mohr: „Der Duft der Kastanie“ hat für uns eine ganz besondere Bedeutung, denn mit diesem Musical haben wir vor 20 Jahren das „theater am puls“ eröffnet. Es jetzt zum Jubiläum noch einmal auf die Bühne zu bringen, fühlt sich ein bisschen wie eine Reise zu unseren Wurzeln an. Gleichzeitig ist das Stück zeitlos: Es erzählt von Liebe, Sehnsucht und den Entscheidungen, die unser Leben prägen. Es verbindet Humor mit Tiefgang und berührt die Menschen bis heute. Deshalb ist es für mich der perfekte Auftakt in unsere Jubiläumsspielzeit – mit einem Blick zurück und gleichzeitig voller Vorfreude auf das, was noch kommt. DiQ: Auch in dieser Spielzeit erwartet das Publikum wieder eine abwechslungsreiche Mischung aus Eigenproduktionen, Klassikern und modernen Stoffen. Nach welchen Kriterien stellst du den Spielplan zusammen und wie findest du die richtige Balance? JM: Mich interessiert vor allem, ob ein Stoff heute noch etwas zu erzählen hat. Theater soll unterhalten, aber es darf auch Fragen stellen und Gespräche anstoßen. Deshalb suche ich immer nach einer Mischung aus bekannten Klassikern, zeitgenössischen Stücken und eigenen Produktionen. Gleichzeitig achten wir darauf, dass unterschiedliche Generationen bei uns etwas finden – vom Familienmusical über große Schauspieldramatik bis hin zu modernen Komödien. Diese Vielfalt macht für mich ein lebendiges Theater aus. Premieren in dieser Spielzeit werden sein: das Musical „Der Duft der Kastanie“, die Familienproduktion „Rico, Oskar und die Tieferschatten“, das Schauspiel „Kleine Eheverbrechen“ und nicht zuletzt die Komödie „Gretchen 89ff“. DiQ: Das „theater am puls“ feiert inzwischen seine 20. Spielzeit und hat sich weit über Schwetzingen hinaus einen Namen gemacht. Worauf bist du rückblickend besonders stolz und was treibt dich nach all den Jahren noch immer an? JM: Am meisten freut mich, dass wir uns ein Publikum erarbeitet haben, das uns vertraut. Viele Besucher begleiten uns seit Jahren und lassen sich immer wieder auf neue Stoffe ein – selbst auf Stücke, die sie vorher gar nicht kannten. Darauf bin ich sehr stolz. Gleichzeitig ist Theater für mich nie Routine. Jede Inszenierung beginnt wieder bei null, jedes Ensemble bringt neue Ideen mit, und jedes Publikum erlebt einen Abend anders. Genau diese Lebendigkeit und die Begegnung mit den Menschen treiben mich bis heute an. DiQ: Wenn du den Leserinnen und Lesern von „Delta im Quadrat“ drei Veranstaltungen der neuen Spielzeit empfehlen müsstest, welche wären das und warum sollten sie diese auf keinen Fall verpassen? JM: Natürlich „Der Duft der Kastanie“, weil dieses Musical unsere Geschichte erzählt und den Auftakt unseres Jubiläums bildet. Dann unsere Neuinterpretation von Schillers „Die Räuber“, die den Stoff konsequent ins Heute holt und zeigt, wie aktuell die Fragen nach Macht, Freiheit und Familie noch immer sind. Und schließlich „Kunst“ von Yasmina Reza – eine der intelligentesten und witzigsten Komödien überhaupt. Sie beweist, dass ein Streit über ein weißes Bild plötzlich zu einer großen Geschichte über Freundschaft werden kann. DiQ: Was wünschst du dir für die kommende Spielzeit – sowohl für das Theater als auch für euer Publikum? JM: Ich wünsche mir, dass unser Theater weiterhin ein Ort bleibt, an dem Menschen zusammenkommen, miteinander lachen, nachdenken und sich austauschen. Gerade in einer Zeit, in der vieles immer schneller und digitaler wird, sind gemeinsame kulturelle Erlebnisse wichtiger denn je. Wenn unsere Besucher das Theater mit neuen Gedanken, Emotionen oder einfach einem guten Gefühl verlassen, dann haben wir unser Ziel erreicht. Und natürlich wünsche ich mir, dass noch viele Menschen den Weg zu uns finden und entdecken, wie lebendig und überraschend Theater sein kann.
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