41 Tradition erleben. Natur fühlen. Wo internationale Zeremonien auf die wohltuende Kraft frischer Kräuter treffen. Natur & Kräuter F E S T I VA L 21.–27. September SCAN ME Tradition erleben. Natur fühlen. Wo internationale Zeremonien auf die wohltuende Kraft frischer Kräuter treffen. Natur & Kräuter F E S T I VA L 21.–27. September SCAN ME DiQ: Nach den Sommerferien kehren viele in ihren gewohnten Alltag zurück. Welche einfachen Übungen oder Rituale empfiehlst du, um gelassener in den Herbst zu starten? MT: Ich würde gar nicht versuchen, möglichst viele neue Routinen in den Alltag einzubauen. Oft tut es viel mehr gut, zwischen all den To-dos Pausen zu schaffen. Echte Pausen. Kein Scrollen oder Fernsehen, sondern Spaziergänge ohne Handy oder kleine Momente der Besinnung, also Momente, in denen die Sinneswahrnehmung in den Vordergrund treten darf. Das kann das Spüren des Körpers in Bewegung sein. Das kann aber auch das Lauschen auf die Umgebung sein, während man am offenen Fenster eine Tasse Tee trinkt. Auch kleine Bewegungen im Alltag können helfen: den Kopf sanft bewegen, sich strecken, gähnen, schütteln. Eine meiner liebsten Übungen ist tatsächlich ganz einfach: Hinlegen, die Füße hochlagern und wahrnehmen, wie alles fließt. DiQ: In deinen Kursen geht es nicht darum, perfekt zu funktionieren, sondern den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Warum fällt uns das heute oft so schwer? MT: Weil wir sehr früh lernen, uns nach außen zu orientieren. Wir lernen, was von uns erwartet wird und wie wir funktionieren sollen. Unser Körper wird dabei häufig zu etwas, das uns möglichst zuverlässig durch den Alltag bringen soll. Dabei ist unser Körper kein Projekt. Ich glaube, wir müssen die Fähigkeit des Spürens wieder ein Stück weit neu lernen. Und das braucht Zeit. Gerade deshalb ist es so wertvoll und wohltuend, Räume zu haben, in denen wir spüren dürfen und in denen wir nichts leisten müssen. DiQ: Wenn jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer nach einer Stunde bei dir nur eine Erkenntnis mitnehmen würde – welche sollte das sein? MT: Ich glaube, ich würde mir wünschen, dass sie oder er für einen Moment vergessen hat, wie der Körper aussehen, funktionieren oder sich anfühlen soll und stattdessen einfach gespürt hat. Vielleicht war es nur ein Atemzug, bei dem plötzlich mehr Raum entstand. Eine Bewegung, die sich überraschend gut angefühlt hat, ein Moment, in dem die Schultern losgelassen haben. Wenn sich jemand nach einer Stunde bei mir ein kleines bisschen mehr im Kontakt mit dem eigenen Körper fühlt, dann ist schon ganz viel passiert und mein Herz geht auf. (Fotos © Susanne Häberle, Natascha Zahn) SOMAYOGA.SPACE, Maria Tür, Langstraße 7, Hinterhaus, Mannheim, somayoga.space
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