AUSTELLUNG/KUNST William Kentridge im Skulpturenpark Heidelberg Der Skulpturenpark auf dem Gelände der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg bekommt erneut „Zuwachs“: Sieben großformatige Skulpturen des südafrikanischen Künstlers William Kentridge, fünf davon aus Bronze und zwei farbig gefasste Aluminium-Arbeiten, erweitern das Spektrum und strukturieren Wege und Blickachsen neu. Dadurch können auch die dauerhaft installierten Skulpturen mit neuen Augen gesehen werden; der Park wird zu einem Ort der Bewegung, der Wahrnehmung und der Imagination. Kentridges Skulpturen sind quasi eine Übersetzung zeichnerischer Prozesse ins Skulpturale: Ausgangspunkt sind Tuschelinien, Scherenschnitte oder gerissene Papierformen, die in einem vielschichtigen Arbeitsprozess vergrößert, übertragen und in dauerhafte Materialien übersetzt werden. Dabei bleibt die Herkunft aus der Fläche sichtbar: Die Skulpturen erscheinen als Silhouetten im Raum, als bewegte Zeichenkörper zwischen Bild und Objekt. In ihnen erkennt man Gegenstände in Verfremdung, die durch ihre Größe dominieren und durch das Zusammenspiel der Formen immer wieder neuen Sinn entfalten können. Zu besuchen, zu betrachten und zu bestaunen sind sie nebst allen anderen Installationen jederzeit im öffentlich zugänglichen Park. bis 30.10., Landschaftspark der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, www.skulpturenpark-heidelberg.de STUDIO: Camie Klein Camie Klein (*1997 in Mannheim, lebt und arbeitet in Offenbach) durchbricht in ihrer ersten institutionellen Ausstellung die Sphäre des Wohlbefindens und verwandelt das STUDIO in einen fragilen Schwellenraum zwischen Präsenz und Abwesenheit. Wer die „Intrastructure“ besucht, wird mit einer Situation unklaren Ursprungs konfrontiert und direkt mit eingebunden. Alltagsobjekte treffen auf klinische Materialien. Blut und Seife sind in diese eingeschrieben – ihre Bedeutung offen und im Wandel. Eröffnet wird die Ausstellung im Rahmen des MVV Kunstabends mit einer Performance, bei der Camie Klein ihr Werk vor Ort vollendet; dabei wird das Einschreiben des eigenen Körpers in Skulptur akustisch in den Raum übertragen. Klein zeigt Spuren möglicher vergangener Identitäten, während die Anwesenden sie als Teil ihrer eigenen Gegenwart erfahren. Ermöglicht wurde die Schau durch eine Benefizauktion der ARTgenossen, des jungen Fördervereins der Kunsthalle Mannheim. Eröffnung: 03.06., 19 Uhr, bis 23.08., STUDIO, Kunsthalle Mannheim Politik am Küchentisch… Kunst, Politik, die Gesellschaft, das Private – alles ist miteinander verwoben. Insofern ist es nur konsequent, dass das Wilhelm-Hack-Museum in seiner neuen Gruppenausstellung den Blick aufs Essen richtet und von dort ausgehend die Fühler in viele weitere Themenfelder ausstreckt: Ökologie, Ökonomie, Politik, dies alles spiegelt sich auch am sprichwörtlichen Küchentisch wider. Das Museum gibt dazu viele ganz verschiedene kreative Denkanstöße, und natürlich wird auch ein besonders feines Rahmenprogramm aufgetischt. Da fragt zum Beispiel Eva-Fiore Kovacovsky, wie Photosynthese schmeckt. Sie verarbeitet selbstgesammelte Wildpflanzen zu Sorbets und serviert sie in einem Eiswagen, sodass alle Neugierigen den Geschmack von Grün und die Umwandlung von Licht in Zucker verkosten können (So, 21.06. ab 12.30 Uhr). Gleichzeitig findet eine Bilderbuchlesung von Anaïs Vaugelades Fabel „Die Steinsuppe“ durch die Kuratorin Julia Katharina Thiemann statt – hier werden auf humorvolle Weise Fragen von Gemeinschaft verhandelt. Eine essbare künstlerische Installation serviert der brasilianische Künstler Caique Tizzi am Sa, 27.06. um 16 Uhr, und in einem Kimchi-Workshop (Sa, 13.06., 11 Uhr) kann man die Grundlagen der koreanischen Fermentation lernen. bis 04.10., Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 66
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