16.5.26 Karlsruhe Schwarzwaldhalle | Public Viewing Tickets: 10 € | SWR3.de | 07221 300 300 Michael Schulte Abor & Tynna Gleichzeitig verschwinden die älteren Spielarten nicht vollständig – manches kommt wieder in Mode, anderes wird kanonisch. Das Problem ist sicher, dass dadurch der Begriff „Jazz“ nicht sehr trennscharf verwendet werden kann und viele Leute keine klare Vorstellung haben, was sie sich darunter vorstellen sollen. Aber das macht gleichzeitig den Reiz dieses sehr hybriden Genres aus. Und auch in der Region wird man Musikerinnen und Musiker sowie Ensembles finden, die von klassischem Swing bis Avantgarde und alles dazwischen spielen. DiQ: Wenn Sie an die nächsten 40 Jahre denken: Welche Vision haben Sie für die IG Jazz und die Rolle von Mannheim als Jazzstandort? DP: Aktuell denke ich, die IG Jazz muss sich vor allem weiter als fester Bestandteil in der regionalen Kulturlandschaft etablieren und ihre Relevanz für die Stadtgesellschaft ausbauen. In der aktuell angespannten Finanzlage der Kommunen kann man zwar mit Recht immer auf die Notwendigkeit kultureller Förderung hinweisen, aber ich sehe da schon auch eine Bringschuld unsererseits, das kulturelle Leben zu bereichern, interessante Angebote zu schaffen und noch mehr mit anderen Institutionen zu kooperieren. Mannheim gehört nach meiner Meinung zu den interessantesten Jazzstandorten in Deutschland: Es gibt eine rege und offene Szene, dazu bringt die Musikhochschule konstant neue Talente in die Stadt, von denen sich auch einige nach Studienabschluss hier niederlassen. Angesichts der Größe der Stadt existieren zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten in Veranstaltungsorten und Arbeitsmöglichkeiten an Theatern und Musikschulen in Mannheim und auch dem Umland. Wenn man dann noch bedenkt, wie viele größere Städte in ein bis zwei Stunden erreichbar sind, ergibt sich das Bild einer richtig guten Basis für professionelle Musikerinnen und Musiker. 40 Jahre sind vielleicht ein etwas großes Zeitfenster, aber zumindest auf die nächsten Jahre sehe ich, trotz aller realen Probleme des Kulturbetriebs, nicht, dass sich der Standort im Vergleich zu anderen drastisch verschlechtern wird. Dass wir in Mannheim stolz auf ein reichhaltiges Kulturangebot sein können, ist vielleicht noch etwas, das mehr ins Bewusstsein gebracht werden kann. Schwierige Zeiten für die Kulturförderung, wie wir sie gerade erleben, sind für so eine Botschaft wahrscheinlich genau richtig. Jubiläumskonzert 40 Jahre IG Jazz Rhein-Neckar: Fr, 15.05., 19 Uhr, Alte Feuerwache, Mannheim, www.ig-jazz.de
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