Delta im Quadrat Nr. 92

64 3. Germersheimer Lachnacht Seine Herkunft ist noch komplizierter als sein Name: Aus dem „südlichen Teil des nördlichen Ostwestfalen“ stammt Lutz von Rosenberg Lipinsky. Und wer schon biografisch all dies meistert, für den ist es ein Klacks, ein Quartett witziger Comedians und Comediennes zu moderieren! Lutz führt also durch die „3. Germersheimer Lachnacht“ und koordiniert einen Abend lang die Humorfront. Seine „Schäfchen“ kommen aus allen Ecken der Branche: Heinz Gröning ist Deutschlands Komik-Chefarzt Nummer eins mit 30 Jahren Praxiserfahrung in der Lachtherapie, Patrizia Moresco hasst apokalyptische Nachrichten und kämpft mit Stand-Up vom Feinsten dagegen an, Serhat Dogan blickt mit scharfem türkischem Auge auf Deutschland und seine manchmal merkwürdigen Gepflogenheiten, und Roger Stein rühmt sich, der Erfinder der Sparte Musik-Flegel-Entertainment zu sein – irgendwo zwischen Comedysongs, Liedermacherei und Post-Romantik, zwischen Gesangstradition und Hip Hop. So, 19.04., 20 Uhr, Stadthalle, Germersheim Das Kaffeehaus Nicht in Wien und auch nicht im Venedig der 1750er Jahre ist dieses „Kaffeehaus“ gelegen, sondern mitten in Ludwigshafen: Tilman Gersch hat die alte Goldoni-Komödie umgesiedelt und lässt den jungen Wirt nun hierzulande agieren. Der Stoff geht folgendermaßen: Mit der Eröffnung einer Kaffeebar hat sich Ridolfo seinen Lebenstraum erfüllt, fairer Kaffee, günstige Preise und ein stets freundlicher Service sind hier obligatorisch. Doch leider hat Ridolfo nicht mit seinem schwierigen Nachbarn gerechnet, der in nächster Umgebung ein Spielcasino betreibt und Menschen mit fragwürdigen moralischen Grundsätzen anzieht. So hat er alle Hände voll zu tun, um Streit zu schlichten, das Recht zu verteidigen, Frauen zu trösten, Männer vor dem Untergang zu bewahren und nebenbei auch noch Kaffee zu servieren… Gespielt wird er, genau wie sämtliche weiblichen Personen des Stücks von der jungen Schauspielerin Josephine Thiesen; weitere Rollen in der situationskomischen Verwicklungskomödie übernehmen Rainer Kühn, Mohammad Nick Nayeri, Jörg Malchow und Stefan Schießleder, und zur Klavierbegleitung von Frank Rosenberger geben sie obendrein – teils mehrstimmig – auch Liedgut zum Besten. Do, 23.04. und Fr, 24.04., 19.30 Uhr, Sa, 25.04., 14.30 Uhr, Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen David Bowie & Enda Walsh: Lazarus „Lazarus“ spinnt die Geschichte weiter, die David Bowie im Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ spielte: Ein Außerirdischer landet auf unserem Planeten. Er will zurück zu den Sternen, so singt er zumindest, doch schnell übernimmt er die Sitten der Welt, gründet ein Milliardenunternehmen, verliebt sich unglücklich und beginnt langsam zu verzweifeln an der Kälte der menschlichen Zivilisation. Im Musical „Lazarus“ trifft man ihn vereinsamt und kämpfend in seiner New Yorker Wohnung, seine Unsterblichkeit ist längst zum Fluch geworden. Er sehnt sich nach Erlösung – in der Musik?! Für David Bowie war dieses Stück die Verwirklichung eines letzten großen Traumes: Er selbst starb wenige Wochen nach der Uraufführung. Doch ein bisschen Unsterblichkeit hat auch er erlangt: Auch heute noch wagt das Schauspiel-Ensemble des Staatstheaters Darmstadt den Griff nach den Sternen! Premiere: Fr, 24.04., 19.30 Uhr, auch: Do, 30.04., 19.30 Uhr, Großes Haus, Staatstheater Darmstadt

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