62 Senay Duzcu, die „Drama Türkin“ Zwischen allen Stühlen: Stand-Up-Comedienne Senay Duzcu ist für die Deutschen zu türkisch und für die Türken zu deutsch. Für die Ewiggestrigen zu modern, für die Jüngeren zu traditionsgebunden und für Männer zu emanzipiert. Da hilft nur: Selbst was auf die Beine stellen und den eigenen Weg beharrlich durchziehen! Die Tochter aus einer klassischen Gastarbeiterfamilie lässt sich sowieso schwer in eine Schublade pressen: Erst ist sie Sonderschülerin mit Legasthenie und dann Stipendiatin für Hochbegabte, zieht mit 19 von zu Hause aus und kehrt nach Zwischenstopps in London und Berkeley/USA als einzige Akademikerin in der Familie mit einem Diplom in Architektur zurück. Natürlich hat sie dabei Unmengen an kuriosen Situationen erlebt – und die verarbeitet sie in „Comedy mit Tiefgang“. Nicht nur im TV, sondern auch, besonders nah, direkt auf der Bühne! Fr, 17.04., 20 Uhr, LincolnTheater, Worms Erinnerungen: Marlene Dietrich Sie war eine der frühen Ikonen, seitdem sie nach ihrem Triumph als fesche Lola im Film „Der blaue Engel“ Anfang der Dreißiger auszog, die Welt zu erobern: Marlene Dietrich, die Diva, die moderner war als jeder andere Hollywoodstar. Sie zog Hosen an, als Frauen dafür auf offener Straße Prügel ernteten. Sie holte ihr Kind nach Hollywood, als Muttersein das Aus für einen erotischen Filmstar bedeutete. Sie widerstand den Lockrufen Hitlers, als viele ihrer Kollegen umfielen. Und sie begann in einem Alter, in dem andere für immer von der Bühne abtraten, eine zweite Karriere als Diseuse. Sie ist ein Vorbild für alle, die ihren eigenen Weg durchs Leben gehen wollen! Doch wie gelang ihr das? Und machte es sie glücklich? Woher kamen dennoch ihre Selbstzweifel? Gehört das eine vielleicht als „Schatten“ zum anderen? Einige Antworten finden sich in ihren eigenen Erinnerungen, die Claudia Michelsen in einer Lesung wiedergibt: „Sag mir, wo die Blumen sind...“ stellt Erinnerungen an und von Marlene Dietrich vor. (Foto © Mathias Bothor) Sa, 18.04., 20 Uhr, Capitol, Mannheim „Auf der andern Seite des Monds“ Hilde Domins Lyrik hat ihren ganz eigenen Stil: schwebend-leicht, verdichtet und sehr bildhaft, so erkennt man die „Dichterin der Hoffnung“ schon in wenigen Zeilen. Sie ist auch die „Dichterin der Rückkehr“. Von den Nazis ins Exil gezwungen, trieb es sie nach Italien, Paris und London und schließlich über den Atlantik. Doch im Schreiben war sie „unvertreibbar“, und Deutsch blieb ihre Sprache. Nach 22 Jahren im Exil kehrte Hilde Domin 1954 nach Heidelberg zurück und wurde dort eine der bedeutendsten Lyrikerinnen der Nachkriegszeit. Ausgehend von ihrer Wortkunst entwickelt der Regisseur Marcel Kohler in seiner dritten Heidelberger Arbeit „Auf der andern Seite des Monds“ einen Reigen aus szenischen Miniaturen, ein Panorama über das Weggehen und Bleiben, über die Poesie in den Dingen und ein Leben „unter Akrobaten und Vögeln“. Ein Abend zwischen Theater, Konzert, Live-Malerei und Zirkusartistik… (Foto Hilde Domin © Stefan Kresin) Premiere: Sa, 18.04., 19.30 Uhr, Marguerre-Saal, Theater und Orchester Heidelberg
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