Alte Sorten Der Roman „Alte Sorten“ von Ewald Arenz führte 2020 als Taschenbuch die Jahresbestseller-Liste des SPIEGEL an – nun kommt der Stoff auf die Bühne. Walter Menzlaw vom Chawwerusch Theater Herxheim hat aus der Geschichte die erste Bühnenfassung entwickelt und inszeniert. Im Stück begegnen sich zufällig Sally (Ann-Kathrin Kuppel), die Minderjährige, die abgehauen ist, und Liss (Felix S. Felix), die Mittfünfzigerin, die alleine einen Hof bewirtschaftet. Zunächst einen Tag und dann noch einige mehr leben und arbeiten beide gemeinsam auf dem Bauernhof. Beim Brotbacken, dem Ernten von Kartoffeln und dem Pflücken alter Obstsorten kommen sich die zunächst eher wortkargen Frauen näher und ein dunkles Geheimnis wird langsam aufgedeckt… „Alte Sorten“ zeigt zugleich mit starken rauen Tönen und sanfter Stille die Annäherung und Entwicklung zweier freiheitsliebender Frauen. Fr, 20.02., 20 Uhr, Rudolf-Wild-Halle, Eppelheim Into The Hairy Zu der hypnotischen elektronischen Musik des englischen Komponisten Koreless alias Lewis Roberts, in die sich sakrale Töne einfügen, erwacht eine Gruppe von Menschen zum Leben. Nur die blassen Gesichter und Hände sind beleuchtet. Das gespenstische Licht entfacht eine seltsame Zeremonie, die Sharon Eyal folgendermaßen beschreibt: „Ich liebe Schwarz. Für mich ist Schwarz Licht, und die Tänzer bringen das Licht.“ In diesem permanenten Halbdunkel von unterschiedlicher Intensität ruft die Bewegung eine schlafwandlerische Menschlichkeit hervor. Die spinnenartigen, hautengen Kostüme sind so dünn wie eine zweite Haut – eine bis in die Fingerspitzen raffinierte Ästhetik. „Into the Hairy“ erscheint wie ein Gemälde, das sich ständig neu zusammensetzt und wieder auflöst, mit eigenwilligen Körperhaltungen, zu grotesken Figuren verzerrten Silhouetten oder allegorischen Tableaus, die an ein Altarbild erinnern: ausgestreckte Arme, geneigte oder entblößte Oberkörper. Mit diesem Meisterwerk will Sharon Eyal eine cineastische Erfahrung hervorrufen, ohne einem konkreten narrativen Faden zu folgen. Sa, 21.02., 19.30 Uhr, Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen „Gift. Eine Ehegeschichte“ Gift soll diese Beziehung zwar vielleicht nicht retten, aber doch wieder für Annäherung sorgen: Ein Mann und eine Frau, ein Vater und eine Mutter, haben sich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Der tragische Tod ihres gemeinsamen Sohnes hat ihre Leben auseinanderdriften lassen. Nun treffen sie sich zum ersten Mal wieder – an dem Ort ausgerechnet, wo das Kind begraben liegt. Der Anlass hierfür ist das besagte Gift, das ausgeströmt sein soll und eine Umbettung der Gräber auf dem Friedhof verlangt. Die Wiederannäherung der beiden fordert zugleich auch ein Loslassen, eine tiefe Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Gegenüber. Und in Lot Vekemans Worten zeigt sich einmal mehr, wie nah Schmerz und Zärtlichkeit, Entfremdung und Nähe beieinander liegen – und dass manchmal ein einziger Moment genügt, um alles zu verändern. Die intensive Inszenierung von Joerg Mohr feiert im Februar Premiere im Schwetzinger Theater am Puls. Premiere: Sa, 21.02., 19 Uhr, Theater am Puls, Schwetzingen 64
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