Delta im Quadrat Nr. 90

Letzte Gelegenheit für „Fidelio“ Wer Beethovens einzige Oper noch einmal in Heidelberg erleben möchte, sollte sich die Februartermine vormerken: „Fidelio“ kehrt für wenige Vorstellungen auf die Bühne des Theaters und Orchesters Heidelberg zurück. Die Geschichte ist ein Thriller mit revolutionärem Geist: Leonore ist überzeugt, dass ihr Ehemann Florestan nicht tot ist, sondern als politischer Gefangener festgehalten wird. Entschlossen, ihn zu finden, nimmt sie eine männliche Identität an und lässt sich unter dem Namen Fidelio in jenem Gefängnis anstellen, wo sie ihren Mann vermutet. Als sich ihr Verdacht bestätigt, steht sie vor der größten Herausforderung: Wie kann sie Florestan aus den Fängen seiner Peiniger befreien? Beethovens Werk trägt die Ideale der Französischen Revolution in sich: Es ist ein flammendes Plädoyer für Gerechtigkeit und Menschlichkeit gegen Willkürherrschaft. Das Theater Heidelberg zeigt die Oper in einer halbszenischen Form, und statt der im Original gesprochenen Dialoge erzählt die Figur des Kerkermeisters Rocco die Handlung aus seiner Perspektive. Wiederaufnahme: So, 08.02., 19 Uhr, auch: 10./19.02., letztmals 06.03., Marguerre-Saal, Theater Heidelberg Parajanov Die junge Armenierin Armine „Amoush“ Aleksanyan studierte Schauspiel und Regie in Jerewan, als 2020 der Konflikt um Bergkarabach eskalierte. Am Vortag hatte ihr Bruder noch angerufen – nun war er im Krieg. 44 Tage hörte die Familie nichts von ihm. In dieser Zeit begann Armine, Briefe an ihn zu schreiben, die sie nie abschickte. Nach dem Waffenstillstand verließ sie Armenien und kam als Au-pair nach Deutschland. Die Briefe schrieb sie weiter – nun an sich selbst und an den verstorbenen Filmemacher Sergei Parajanov. Nach ihm ist dieses Stück benannt: „Parajanov“ stellt die Frage nach einer Identität jenseits von Ländergrenzen und Geburtsort, und es rückt eine Region in den Fokus, die sonst eher unter dem Radar liegt. Das hochemotionale Stück in der Inszenierung des Westend Theater Wuppertal verbindet Tanz, Schauspiel, Musik, Video und Live-Visuals zu einem packenden Ganzen. So, 08.02., 19 Uhr, Theater am Puls, Schwetzingen „lesen.hören“ Wieder einmal steht die Alte Feuerwache Mannheim ganz im Zeichen der Literatur: Zum 20. Mal lädt das Festival „lesen.hören“ zu Lesungen, Gesprächen und Begegnungen ein. Zwölf Veranstaltungen für Erwachsene, 14 Lesungen für Kita-Gruppen und Schulklassen, vier Veranstaltungen für Familien sowie vier Termine des beliebten Leseformats „Shared Reading“ machen die Alte Feuerwache im Spätwinter zu einem lebendigen Ort des Zuhörens, Mitdenkens und Austauschs. Die café|bar Alte Feuerwache lädt zudem im Zeitraum des Festivals jeweils von Mittwoch bis Samstag ab 18 Uhr mit einer Leseecke zum gemütlichen Zusammensitzen und Schmökern ein. Zu den Gästen des Festivals zählen bekannte Namen der deutschen Gegenwartsliteratur wie Saša Stanišić, Navid Kermani, Sarah Kuttner und Anna Dushime, aber auch bekannte Stimmen der Kinder- und Jugendliteratur wie Max Osswald, Nora Hoch, Katja Gehrmann und Jörg Bernardy. Zum Auftakt erinnert ein Abend an Roger Willemsen, der vor zwanzig Jahren die erste Ausgabe von lesen.hören eröffnete. 19.02.-08.03., Alte Feuerwache, Mannheim, VVK und Programm-Infos: www.altefeuerwache.com 63

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