Delta im Quadrat Nr. 38
41 Planet Ears Es klingt, als wäre es Ewigkeiten her: Ein mehrtägiges Musikfestival in sieben Mannheimer Spielstätten mit 16 Konzerten und zwei Symposien, die als globale Plattform für progressive Strömungen der globalen Musikszene dienten. Noch letztes Jahr war eine solche Veranstaltungsreihe nicht nur denkbar, sondern als erste Ausgabe von „Planet Ears“ ein voller Erfolg. Auch wenn eine Wiederholung im gleichen Ausmaß in diesem Jahr nicht möglich sein wird, soll doch nicht auf das Festival verzichtet werden. Tatsächlich nden im Rahmen von „Planet Ears“ nicht nur zwei Veranstaltungen statt, sondern es wird versucht, Musiker in diesen herausfordernden Zeiten mit einem Residenz- und Austauschprogramm international zusammenzubringen. MusikerInnen oder Kollektive, die diesem Open Call folgen, haben die Möglichkeit zur Kooperation mit im Ausland ansässigen MusikerInnen. Realisiert wird die angestrebte internationale Konstellation, die aus mindestens zwei VetrtreterInnen der Metropolregion und einem Musiker bzw. einer Musikerin aus dem Ausland bestehen soll, mithilfe des Internets. So bleibt die Idee der kreativen Vereinigung unterschiedlicher Musikkulturen trotz des sehr eingeschränkten Programms von „Planet Ears“ am Leben! Am 23.11. ist der ursprüngliche Geist des Festivals jedoch auch live zu spüren: Mit Stian Westerhus & Joss Turnbull tre en dann in der Alten Feuerwache Mannheim zwei internationale Künstler zusammen, die nach zwei Tagen gemeinsamen Experimentierens ihr erstes Konzert geben. Beide haben sich in der experimentellen Musik bereits einen Namen gemacht: Stian Westerhus aus Norwegen gilt als Ausnahmegitarrist im Bereich des improvisierten Jazz, während JossTurnbull einer der bekanntesten Tombak-Spieler in Deutschland ist und neben seiner Ausbildung an der Mannheimer Musikhochschule viel nach Nahost reiste, um dortige Trommel-Traditionen kennenzulernen. Durch das Präparieren seiner Instrumente und das Herumprobieren mit Elektronik erreicht Turnbull eine interessante Verfremdung des traditionellen Klangs. Eine weitere spannende Perspektive wird beim Filmscreening und Filmgespräch „Contradict“ beleuchtet, wo man gemeinsam mit MusikerInnen und AktivistInnen in Ghanas Hauptstadt Accra eintaucht. Am 29.11. sollen im Atlantis Kino verschiedene Fragen thematisiert werden: Wie wird dem Wertewandel unserer Zeit auf dem afrikanischen Kontinent entgegengetreten? Welche Visionen für die Zukun haben das Potenzial für neue globale Realitäten? Im Gespräch, das im Anschluss mit Regisseur omas Burkhalter und Rim Irscheid erö net wird, werden diese und weitere emen diskutiert. Mo, 23.11., 20 Uhr, Alte Feuerwache, Mannheim; So, 29.11., 17 Uhr, Atlantis Kino, Mannheim
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy OTA4MjA=