Delta im Quadrat Nr. 38
sich dieser alten indischen Lehre öffnen, die Körper, Geist und Seele zusammenbringt. DiQ: Welche Yogastile gibt es und was sind die Unterschiede? CC: Es gibt unglaublich viele Yogastile: Vinyasa Yoga, Ashtanga Yoga, Iyengar Yoga, Sivananda Yoga, Bikram Yoga, Yin Yoga, Lach Yoga... Auch wenn die meisten Yogastile auf den gleichen Haltungen basieren, so kann der Unterschied des Praktizierens vollkommen anders sein. Langsam-entspannte, fließende, ineinander übergehende Bewegungen, Atmen in Verbindung mit Bewegungen, kraftvolles und körperlich intensives Praktizieren, der Fokus auf akkurater Ausrichtung... die Wege sind unterschiedlich, das Ziel ist aber immer das Gleiche: Samadhi, die Befreiung des Geistes und ein Zustand tiefer Meditation. Vollkommene Reinheit und Freiheit des Körpers und des Geistes. Menschliches Leid überwinden. DiQ: Ist Yoga für jedermann geeignet und auf was gilt es zu achten? CC: Grundsätzlich kann jeder Mensch, dem es um Gesundheit geht, um mehr Energie, um ein besseres Lebensgefühl, Yoga praktizieren. Yoga ist für jedes Alter. Es gilt, die eigenen Grenzen zu spüren und auch zu respektieren. Also nicht einfach immer mehr zu wollen „mit aller Gewalt“. Sich einlassen zu können auf Neues. Bereit zu sein für Veränderung. Dann gilt es nur noch, den für einen selbst passenden Yogaweg und Yogastil zu finden. Der Yogalehrer oder die Yogalehrerin hat immer die Möglichkeit, verschiedene Schwierigkeitsstufen und auch Alternativen anzubieten. So kann also jeder, der sich etwas Gutes tun will, Yoga praktizieren! active life – health 32 YOGA IM DELTA und Kreislauf beiträgt oder die Menge der Antioxidantien im Blut erhöht. Stimmungs- und Stoffwechselstudien zeigen, dass es durch Yoga sehr gut gelingt, die Höhen und Tiefen des Gefühlslebens auszugleichen. Hormon-Yoga speziell für Frauen in den Wechseljahren oder für Frauen mit Kinderwunsch kann bei regelmäßigem Praktizieren auch die Hormonproduktion erhöhen. Das sind nur einige exemplarische Beispiele. Beim Praktizieren von Yoga ist es wichtig, die Übungen gut und richtig auszuführen. Dafür hat jeder Übende seine eigene Verantwortung, die Grenzen des Körpers zu spüren und zu respektieren. Und natürlich auch der Yogalehrer, der sein Wissen über Anatomie und Physiologie gut und verständlich erklärt und beim Korrigieren anwendet. Yoga nur mit einem Buch oder online zu üben würde ich nicht empfehlen. Gerade wenn jemand noch nicht so viel Erfahrung mit Yoga hat, ist es wichtig, dass der Yogalehrer Korrekturen an den Körperhaltungen vornimmt, sodass der Praktizierende auch so übt, dass er seinem Körper keinen Schaden zufügt. Es ist aber auch möglich, über das Körperliche hinaus mit bestimmten Praktiken aus dem Yoga Stimmungen positiv zu verändern. Hier wird eine Balance der körperlichen und geistigen Systeme hergestellt – durch Mudras, Mantras und Atemübungen sowie Affirmationen und Meditationen (z.B. Yoga Nidra) –, um positiv auf die Stimmung einzuwirken, Angstzustände zu verringern und Depressionen günstig zu beeinflussen. Yoga ist ein komplexes, vielseitiges System. So ist für jeden Geschmack und Bedarf etwas dabei. Diese Vielfalt könnte ein Grund sein, warum immer mehr Menschen
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